GWF Gas Energie

Gasnetzbetreiber besiegeln Fahrplan zur Umstellung von L- auf H-Gas

Im Hause der Stadtwerke Troisdorf wurden am 05.09.2017, die Weichen für die notwendige Umstellung von L- auf H-Gas gestellt. Kunden von den insgesamt sieben Verteilnetzbetreibern in der Region Mittelrhein werden derzeit, wie rund 5,5 Mio. andere Haushaltskunden in Deutschland, noch mit L-Gas versorgt. Das niederkalorische Gas stammt aus deutschen oder niederländischen Förderstätten. Die Produktion von L-Gas geht im Nordwesten Deutschlands wie in den Niederlanden in den nächsten Jahren kontinuierlich zurück. H-Gas dagegen ist wiederum für Deutschland in ausreichenden Mengen verfügbar. Die Umstellung auf das hochkalorische H-Gas gewährleistet daher auch auf lange Sicht eine hohe Versorgungssicherheit.

Die sieben Netzbetreiber in der Region Mittelrhein sind direkt an das Gastransportnetz des Fernleitungsnetzbetreibers Open Grid Europe angeschlossen und vereinbaren jetzt bereits mehr als drei Jahre vor der eigentlichen Umstellung gemeinsam einen konkreten Umstellungsfahrplan. Es ist vorgesehen, die Region Mittelrhein im Rahmen des Umstellungsprozesses ab den Jahren 2021 bis 2023 mit H-Gas zu versorgen. In dem betroffenen Netzbereich soll die Umstellung in mindestens 17 Schritten erfolgen. Die Planung skizziert schon jetzt für jeden einzelnen Schritt tagesscharf die Versorgungssituation vor, während und nach der Umstellung auf H-Gas.

Mittelrhein ist mit ca. 500.000 Gasgeräten einer der größten Umstellungsbereiche, die in Deutschland auf H-Gas umgestellt werden müssen. Dies entspricht rund 10 % der heute in Deutschland mit L-Gas versorgten Kunden. Daher haben die beteiligten Netzbetreiber bereits in 2015 mit der Erstellung des Umstellungskonzeptes begonnen. Der höhere Brennwert des H-Gases erfordert auch eine Anpassung der Gasverbrauchsgeräte und -anlagen in den rund 380.000 betroffenen Haushalten der Region. Alle betroffenen Kunden werden vorher von ihrem zuständigen Netzbetreiber ausführlich schriftlich informiert. Für die einzelnen Verbraucher entstehen durch die notwendigen Geräteanpassungen keine unmittelbaren Kosten. Die durch die Umstellung entstehenden Kosten werden über eine Marktraumumstellungsumlage, die von den Fernleitungsnetzbetreibern erhoben wird, auf alle Verbraucher in Deutschland verteilt.

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