GWF Gas Energie

DVGW befürwortet Fuel-Switch in der Wärmeversorgung

Im Rahmen seiner energiepolitischen Dialogserie „Energie-Impuls“ hat der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) in Berlin mit Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über die Potenziale von klimaschonenden Gasen für mehr Klimaschutz in der Wärmeversorgung diskutiert.

„Etwa ein Drittel des deutschen Endenergieverbrauchs von insgesamt 2.466 TWh im Jahr 2015 entfällt auf das Heizen und Klimatisieren von Gebäuden sowie auf die Warmwasserbereitung. Der Haushaltssektor mit insgesamt 18 Mio. Wohngebäuden hat daran den größten Anteil. Die Pariser Klimaschutzziele geben vor, dass der Gebäudesektor bis 2050 weitgehend klimaneutral sein soll – eine grundlegende energetische Transformation des Wärmemarkts ist damit unausweichlich“, sagte der stellvertretende Leiter des DVGW-Lenkungskomitees Gasanwendung, Uwe Bauer, im Rahmen des DVGW-Expertenforums „Wärmemarkt“.

Dieser Systemwechsel führe in drei Schritten zum effizienten und sozialverträglichen Erreichen der Klimaschutzziele in der Wärmeversorgung: „Primär anzugehen ist die Substitution von Erdöl und Kohle durch klimafreundlichere Gase. Parallel dazu müssen innovative Heizungstechnologien flächendeckend genutzt werden. Als zweiten Schritt müssen wir den Anteil erneuerbarer Energien und insbesondere grüner Gase zur Wärmeerzeugung und -bereitstellung im Gebäudebereich kontinuierlich steigern“, so Bauer. Die Entwicklung des Wärmesektors hin zu einem aktiven Bestandteil des sektorenübergreifenden Energiesystems – unter anderem durch stromerzeugende Heizungen – vollende schließlich die Transformation hin zu einem klimafreundlichen Gebäudebestand.

Um diesen Dreiklang aus fuel, content und modal switch zügig umzusetzen, sei es erforderlich, einen ordnungsrechtlichen Rahmen zu schaffen, der die Neuinstallationen von Ölheizungen zügig beendet und damit klare Leitplanken für den einzuleitenden Fuel-Switch vorgibt. Gleichzeitig müssten für Bestandsgebäude durch Förderprogramme effektive Anreizmechanismen geschaffen werden, um einen Umstieg auf moderne und klimafreundliche Heizungstechnik und Hybridtechnologien voranzubringen, so Bauer weiter. „Parallel dazu sollten Gebäude und damit der Wärmemarkt insgesamt mehr und mehr als aktiver Bestandteil des gesamten Energiesystems verstanden und integriert werden. Auf diese Weise können erhebliche Klimaschutzeffekte durch den Einsatz intelligenter und vernetzter Technologien und Infrastrukturen erzielt werden.“

Gerade der Einsatz von hocheffizienten Lösungen wie Mikro-KWK-Anlagen, aber auch von hybriden Systemen (Wärmepumpe und Gasbrennwert), die ein hohes Treibhausgaseinsparpotenzial zu kostengünstigen Bedingungen aufweisen, müsse durch die Schaffung steuerlicher und ordnungsrechtlicher Anreize und Steuerungsmechanismen für Eigentümer und Mieter an Attraktivität gewinnen. „Um langfristige Planungssicherheit zu schaffen, ist es unerlässlich, eine klare politische Agenda dazu zu entwickeln, wie grüne Gase und damit neue Technologien im Wärmesektor eingesetzt und forciert werden sollen – damit effektive Investitionen in die Wärmewende kunden- und marktbasiert erfolgen können“, betonte Bauer.

(Quelle: Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW))

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